Refluxzentrum

Im Refluxzentrum bieten wir Patientinnen und Patienten eine umfassende Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Refluxerkrankungen. Mithilfe spezialisierter Untersuchungsverfahren klären wir die Ursachen der Beschwerden präzise ab und entwickeln eine individuell abgestimmte Therapie. Unser multiprofessionelles Team aus verschiedenen Fachdisziplinen arbeitet eng zusammen, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten – von der konservativen Behandlung bis hin zu spezialisierten operativen Verfahren.

Refluxkrankheit (GERD)

Ursachen, Symptome und Behandlung

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist eine häufige Erkrankung, bei der Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Ursache ist meist eine Schwäche des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre. Dadurch wird die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre gereizt.

Viele Menschen kennen gelegentliches Sodbrennen. Wenn die Beschwerden jedoch regelmäßig auftreten oder die Lebensqualität beeinträchtigen, kann eine Refluxkrankheit vorliegen. Schätzungen zufolge ist etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland betroffen.

Unbehandelt kann Reflux zu Entzündungen der Speiseröhre, Schleimhautveränderungen (Barrett-Ösophagus) und in seltenen Fällen zu Speiseröhrenkrebs führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist deshalb wichtig.

Typische Symptome

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Sodbrennen (Brennen hinter dem Brustbein)
  • Saures Aufstoßen
  • Druck- oder Brenngefühl im Brustbereich
  • Schluckbeschwerden oder das Gefühl eines „Kloßes im Hals“
  • chronischer Husten oder Heiserkeit
  • Mundgeruch oder Zahnschmelzschäden

Typisch ist, dass die Beschwerden nach dem Essen oder im Liegen auftreten und sich nachts verstärken.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Refluxkrankheit entsteht meist durch eine Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre. Verschiedene Faktoren können dies begünstigen.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Übergewicht
  • fettreiche Ernährung
  • Alkohol und Nikotin
  • häufiger Kaffeekonsum
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • bestimmte Medikamente
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Auch Schwangerschaft kann durch hormonelle Veränderungen und erhöhten Bauchdruck Refluxbeschwerden auslösen.

Diagnostik

Zur Abklärung der Beschwerden stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung.

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Die wichtigste Untersuchung zur Beurteilung der Schleimhaut der Speiseröhre und zur Erkennung möglicher Entzündungen oder Schleimhautveränderungen.

pH-Metrie

Hierbei wird über 24 Stunden gemessen, wie häufig Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt.

Manometrie

Diese Untersuchung misst die Beweglichkeit und Druckverhältnisse der Speiseröhre und hilft, Funktionsstörungen zu erkennen.

Die Ergebnisse helfen dabei, die bestmögliche Therapie individuell festzulegen.

Bitte beachten Sie, dass die Auswahl der geeigneten Diagnoseverfahren von Ihrem behandelnden Arzt abhängt. Er wird Ihre individuelle Situation berücksichtigen und die am besten geeigneten Tests empfehlen.

Die aufgeführten diagnostischen Leistungen können auch als Selbstzahlerleistung in Anspruch genommen werden Das ist in Fällen, in denen Patientinnen und Patienten eine bestimmte Diagnostik bevorzugen oder die GKV die Kosten hierfür nicht übernimmt.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich individuell nach Ursache und Schwere der Erkrankung.

Konservative Behandlung

In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden durch eine Kombination aus Medikamenten und Lebensstiländerungen gut kontrollieren.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • säurereduzierende Medikamente (z. B. Protonenpumpenhemmer)
  • kleinere Mahlzeiten
  • Verzicht auf stark fettreiche Speisen, Alkohol und Kaffee
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Oberkörper beim Schlafen leicht erhöhen
  • regelmäßige Bewegung und Stressreduktion

Operative Behandlung

Wenn Medikamente nicht ausreichend helfen oder Komplikationen auftreten, kann eine Operation sinnvoll sein.

Die häufigste Methode ist die Fundoplikatio. Dabei wird ein Teil des Magens um die Speiseröhre gelegt, um den Schließmuskel zu verstärken und den Rückfluss von Magensäure zu verhindern. Der Eingriff erfolgt heute meist minimalinvasiv (Schlüssellochtechnik).

Übergewicht und Reflux

Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Reflux. Der erhöhte Druck im Bauchraum begünstigt den Rückfluss von Magensäure.

Studien zeigen, dass bereits eine moderate Gewichtsabnahme die Beschwerden deutlich reduzieren kann. Deshalb spielt die Gewichtsreduktion häufig eine wichtige Rolle in der Behandlung.

Was Sie selbst tun können.

Auch im Alltag können Betroffene viel zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • mehrere kleine Mahlzeiten statt großer Portionen
  • nicht direkt nach dem Essen hinlegen
  • Alkohol, Kaffee und stark fetthaltige Speisen reduzieren
  • Rauchen vermeiden
  • regelmäßige Bewegung
  • Oberkörper beim Schlafen leicht erhöht lagern

Diese Maßnahmen können Beschwerden reduzieren und helfen, Folgeschäden der Refluxkrankheit vorzubeugen.