Fragen und Antworten (FAQ)
Nachstehend haben wir wichtige Fragen inklusive Antworten für Sie vorbereitet. Vom Erstgespräch bis zur Hautstraffungsoperation nach massiver Gewichtsabnahme - hier finden Sie alle wissenswerten Details. Zudem haben wir eine Übersicht mit den häufigsten Begleiterkrankungen bei Adipositas vorbereitet. Diese Erkrankungen verbessern sich, sobald sie massiv an Gewicht verloren haben.
Erstgespräch und Voraussetzungen
Brauche ich für das Erstgespräch eine Überweisung?
Eine Überweisung ist nicht zwingend erforderlich. Wenn möglich, bringen Sie jedoch eine Überweisung Ihrer Hausärztin, Ihres Hausarztes oder einer behandelnden Fachärztin bzw. eines Facharztes sowie Ihre Versichertenkarte zum Erstgespräch mit.
Welchen Body-Mass-Index (BMI) muss ich für eine Operation haben?
Eine Adipositas-Operation kommt in der Regel ab einem BMI von 40 kg/m² infrage. Bereits ab einem BMI von 35 kg/m² kann eine Operation sinnvoll sein, wenn Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck vorliegen. Ob eine Operation für Sie geeignet ist, besprechen wir gemeinsam im Erstgespräch.
Krankenkasse und Kostenübernahme
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Magenverkleinerung?
Ja. Gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Magenverkleinerung in der Regel, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören unter anderem ein entsprechender BMI und der Nachweis einer erfolglosen konservativen Behandlung (Multimodales Konzept). Wir begleiten Sie bei der Antragstellung und unterstützen Sie während des gesamten Verfahrens.
Warum muss ich vor einer Operation ein Ernährungstagebuch und Bewegungsprotokoll führen?
Diese Unterlagen sind Bestandteil des Multimodalen Konzepts (MMK) und dienen als Nachweis für die Krankenkasse, dass Sie sich über einen längeren Zeitraum aktiv mit Ernährung und Bewegung auseinandergesetzt haben. Für die Dokumentation stellen wir Ihnen praktische Vorlagen zum Download zur Verfügung.
Die Operation
Wie lange muss ich nach der Operation im Krankenhaus bleiben?
Die Adipositas-Operation erfolgt in unserem Zentrum in der Regel minimal-invasiv (Schlüsselloch-Chirurgie). Der stationäre Aufenthalt beträgt meist drei bis fünf Tage.
Habe ich nach dem Eingriff starke Schmerzen?
Dank der minimal-invasiven Operationsmethode sind die Schmerzen meist gering. Zusätzlich erhalten Sie ein individuell abgestimmtes Schmerzkonzept. Viele Patientinnen und Patienten empfinden die Beschwerden nach der Operation eher wie einen Muskelkater im Bauchbereich.
Leben nach der Operation
Wie viel Gewicht kann ich durch die Operation verlieren?
Der Gewichtsverlust hängt vom gewählten Operationsverfahren und Ihrer Mitarbeit ab. Durchschnittlich verlieren Patientinnen und Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren 60 bis 70 Prozent ihres Übergewichts. Gleichzeitig verbessern sich häufig Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.
Muss ich nach der Operation dauerhaft Vitamine einnehmen?
Ja. Nach einem Schlauchmagen oder Magenbypass verändert sich die Aufnahme bestimmter Nährstoffe. Deshalb ist eine lebenslange Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen notwendig. Im Rahmen der Nachsorge kontrollieren wir Ihre Blutwerte regelmäßig.
Kann ich nach einer Magenverkleinerung wieder normal essen?
Ja. Nach einer schrittweisen Ernährungsumstellung können Sie langfristig wieder nahezu alle Lebensmittel genießen. Die Portionen werden jedoch deutlich kleiner sein als vor der Operation.
Kann ich nach einer Magenverkleinerung noch schwanger werden?
Ja. Eine Gewichtsabnahme verbessert häufig die Fruchtbarkeit. Aus medizinischer Sicht sollte eine Schwangerschaft jedoch erst 12 bis 18 Monate nach der Operation geplant werden, wenn sich das Gewicht stabilisiert hat.
Was passiert nach einer starken Gewichtsabnahme mit überschüssiger Haut?
Nach einer deutlichen Gewichtsabnahme kann überschüssige Haut zurückbleiben. Diese kann Beschwerden wie Entzündungen oder Hautreizungen verursachen. Nach einer stabilen Gewichtsphase beraten wir Sie gerne zu möglichen hautstraffenden Eingriffen und unterstützen Sie bei der Antragstellung bei Ihrer Krankenkasse.
Nachsorge
Wie läuft die Nachsorge im St. Martinus-Krankenhaus ab?
Die Nachsorge ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Behandlung. In regelmäßigen Kontrollterminen begleiten wir Sie langfristig und überprüfen unter anderem Gewicht, Ernährung, Blutwerte und Ihre allgemeine Gesundheit. Dabei arbeiten Chirurgie, Ernährungsberatung und Innere Medizin eng zusammen.
Medikamentöse Behandlung
Bieten Sie auch eine Behandlung mit der „Abnehmspritze“ an?
Ja. Nicht jede Adipositas muss operiert werden. Moderne Medikamente wie GLP-1-Rezeptor-Agonisten („Abnehmspritzen“) können die Gewichtsabnahme wirksam unterstützen. Ob diese Therapie für Sie geeignet ist und ob die Kosten übernommen werden, klären wir gemeinsam in unserer Sprechstunde.
Begleiterkrankungen bei Adipositas
Nachstehen finden Sie eine Übersicht mit Erkrankungen, die oftmals mit einer Adipositaserkrankung einhergehen.
Herz und Gefäße
Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt Herz, Nieren und Blutgefäße oft unbemerkt. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich.
Herzinfarkt
Adipositas begünstigt Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Dabei wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Das hohe Körpergewicht belastet das Herz dauerhaft. Mit der Zeit kann sich eine Herzschwäche entwickeln, bei der das Herz den Körper nicht mehr ausreichend versorgt.
Schlaganfall
Bluthochdruck und Gefäßverkalkungen erhöhen bei Adipositas das Risiko für einen Schlaganfall. Dabei wird das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet.
Krampfadern (Varizen)
Durch den erhöhten Druck im Bauchraum und den erschwerten Blutrückfluss entstehen häufiger Krampfadern. Eine angeborene Bindegewebsschwäche kann das Risiko zusätzlich erhöhen.
Stoffwechsel und Hormone
Diabetes mellitus Typ 2
Adipositas zählt zu den häufigsten Ursachen für Typ-2-Diabetes. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann Blutgefäße, Nerven und Organe schädigen.
Fettstoffwechselstörungen
Erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte fördern Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine Fettleber.
Fettleber (nicht-alkoholische Fettleber)
Bei Adipositas lagert sich häufig vermehrt Fett in der Leber ein. Eine nicht-alkoholische Fettleber verursacht anfangs meist keine Beschwerden, kann jedoch zu Entzündungen, einer Leberfibrose oder sogar einer Leberzirrhose führen. Eine Gewichtsreduktion kann die Fettleber in vielen Fällen deutlich verbessern oder sogar vollständig zurückbilden.
Hormonelle Störungen
Adipositas kann den Hormonhaushalt beeinflussen. Bei Frauen können Zyklusstörungen und Fruchtbarkeitsprobleme auftreten, bei Männern Testosteronmangel und Potenzstörungen.
Atmung und Verdauung
Schlafapnoe (OSAS)
Nächtliche Atemaussetzer sind bei starkem Übergewicht häufig. Sie beeinträchtigen die Schlafqualität und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Sodbrennen und Reflux
Der erhöhte Druck im Bauchraum begünstigt den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Häufige Folgen sind Sodbrennen und Entzündungen.
Gallensteine
Adipositas erhöht das Risiko für Gallensteine. Typisch sind starke, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, häufig begleitet von Übelkeit.
Gelenke und Bewegungsapparat
Arthrose (Gelenkverschleiß)
Das hohe Körpergewicht belastet vor allem Knie, Hüften und die Wirbelsäule. Dadurch verschleißen die Gelenke schneller und Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen nehmen zu.