Bundesweiter Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“: So geht es nicht weiter.

20. Juni 2023

Mit dem bundesweiten Aktionstag am 20. Juni unter dem Titel „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ machen die Kliniken in Deutschland auf die verheerende wirtschaftliche Situation der Branche aufmerksam.

Düsseldorf, 20. Juni 2023: Mit dem bundesweiten Aktionstag am 20. Juni unter dem Titel „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ machen die Kliniken in Deutschland auf die verheerende wirtschaftliche Situation der Branche aufmerksam. Auch das Düsseldorfer St. Martinus-Krankenhaus ist durch die finanziellen und regulatorischen Rahmenbedingungen herausgefordert.

Seit Jahren sind die deutschen Krankenhäuser unterfinanziert. Dies gilt sowohl für die Finanzierung der Investitionskosten durch die Länder als auch für die Finanzierung der Betriebskosten. Krankenhäuser haben anders als andere Unternehmen keine Möglichkeit, die gestiegenen Preise weiterzugeben. So wurden beispielsweise die Tarifkostensteigerungen bereits in den vergangenen Jahren nur teilweise durch die Anpassungen der Vergütungssätze der deutschen Krankenhäuser refinanziert. Besonders trifft die deutschen Krankenhäuser die systematische Unterfinanzierung in den Zeiten der Inflation. Die Preissteigerungen der Kliniken sind für das Jahr 2023 anders als für andere Unternehmen bei 4,3 Prozent gesetzlich gedeckelt. Die Inflation liegt aber weit darüber.

Die Bundesregierung hat auf die Energiekostensteigerungen zwar reagiert und 6 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Diese kommen aber nur teilweise in den Kliniken an. Immerhin hat sich die Politik nun kurzfristig entschlossen, dass 4 dieser 6 Milliarden als direkte pauschale Hilfen ausgezahlt werden. Andere inflationsbedingte Mehrkosten, wie bei Material, externen Dienstleistern, Lebensmitteln usw. treffen die Kliniken trotzdem weiterhin.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) weist deshalb darauf hin, dass durch die inflationsbedingten Kostensteigerungen die Krankenhäuser in Deutschland bis Ende des Jahres 2023 ein Defizit von rund 10 Milliarden Euro angehäuft haben werden. Die Kliniken fordern am bundesweiten Aktionstag die Politik auf, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie wieder in wirtschaftlicher Sicherheit ihre Arbeit planen können. Und dies ist auch vor dem Hintergrund der derzeit diskutierten Krankenhausreform wichtig. Bis diese im Detail ausgearbeitet ist und wirklich greift, muss die Versorgung durch eine stabile Finanzierung überall in Deutschland gewährleistet sein.

Unabhängige Untersuchungen, wie der Krankenhausrating-Report, spiegeln die schwierige Situation der Krankenhäuser in Deutschland wider. Kostensteigerungen, zum Beispiel bei Energie und Verbrauchsgütern, und ein System der Krankenhausfinanzierung, das die Vorhaltekosten für Infrastruktur nur unzureichend abdeckt, bedrohen die wirtschaftliche Existenz vieler deutscher Krankenhäuser.

„Eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung der Patientinnen und Patienten muss das Ziel einer zukunftsorientierten Gesundheitspolitik sein. Regional aufgestellte Verbünde wie wir leisten eine bedarfsgerechte Versorgung dort, wo die Menschen sie im Notfall als erstes brauchen. Diese Versorgung darf nicht gefährdet werden“, sagt Andreas Barthold, Sprecher der Hauptgeschäftsführung der Alexianer Gruppe, zu der auch das Bilker St. Martinus-Krankenhaus gehört.

Bildunterschrift: Das St. Martinus-Krankenhaus im Düsseldorfer Stadtteil Bilk

Bildnachweis DGKK 2023



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