OP-Verfahren in der bariatrischen Chirurgie

Als OP-Verfahren in der bariatrischen Chirurgie stehen Ihnen unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Die in der Übersicht aufgeführten 

Schlauchmagenbildung:

Die Schlauchmagenbildung (Sleeve-Resektion) ist eine relativ junge Operation der bariatrischen Chirurgie. Das Hauptprinzip des Verfahrens ist eine Magenverkleinerung. Der Magen wird zu einem dünnen Schlauch geformt, ein großer Teil des Magens wird dabei entfernt. Damit wird der Magen so verkleinert, dass das Volumen ca. 80 – 100 ml beträgt. Da sich in dem entfernten Teil des Magens die hungerhormonproduzierenden Zellen befinden (Ghrelin und andere), ist das Hungergefühl nicht mehr so ausgeprägt. Der Patient hat weniger Appetit, das Essen beschäftigt die Gedanken des Patienten nicht mehr ständig. 

Die Operation wird in der Regel laparoskopisch (mittels kleineren Schnitten, sogenannte Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Dadurch wird der stationäre Aufenthalt auf 2 bis 3 Tage verkürzt. Die Schmerzen sind sehr gering, am Operationstag kann der Patient schon aufstehen und sich frei bewegen, sofort mit dem Trinken anfangen. Nach Schlauchmagenbildung verbessern sich die Begleiterkrankungen und der Gesamtzustand des Patienten. Zuckerkrankheit, Bluthochdruck sowie Gelenkerkrankungen bessern sich. 

Alle von uns operierten Patienten werden weiterhin lebenslang betreut. 

Magenbypass-Operation:

Die laparoskopische (mittels Schlüssellochchirurgie) durchgeführte Magenbypass-Operation ist eine der häufigsten Operationen in der Welt. Das Verfahren ist hoch effektiv und relativ risikoarm, sie wird bei Patienten mit ausgeprägtem Übergewicht und bestehenden Nebenerkrankungen empfohlen. 

Bei der Operation wird ein sogenannter Magenpouch gebildet, welcher ein Volumen zwischen 20 und 50 ml hat. Dabei wird der Magen entsprechend durchtrennt, aber nicht entfernt. Eine Dünndarmschlinge wird mit dem neuen kleinen Magen verbunden. Dem entsprechend wird beim Essen die Nahrung aus der Speiseröhre durch den kleinen Magen direkt im Dünndarm transportiert. Dabei ist der größte Teil des Magens zusammen mit dem Zwölffingerdarm aus dem Verdauungsprozess ausgeschlossen. 

Die Verdauungssäfte werden erst später im Dünndarm der Nahrung beigemischt. Insgesamt wird die Menge der Nahrungsaufnahme deutlich reduziert, und die Verdauungsstrecke verkürzt, der Patient hat ein dauerhaftes Sättigungsgefühl. Da bei dieser Operation auch metabolische bzw. hormonelle Komponenten eine große Rolle spielen, wird die Wirkung der Operation durch eine deutliche Verbesserung der Begleiterkrankungen ausgezeichnet. 

Die Operation wird bei uns in unterschiedlichen Modifikationen angeboten, wie der klassische Roux-Y-Magenbypass oder der sogenannte Omega-Loop-Magenbypass, auch Mini-Bypass bzw. Ein-Anastomosen-Bypass genannt. 

Magenballon

Bei mäßiger Adipositas (BMI <35) oder bei extremen Übergewicht (Superobesitas, BMI > 60) bieten wir die Implantation eines Magenballons an. Manchmal bietet sich die Methode auch zur kurzfristigen Gewichtsreduktion vor kardiovaskulärer oder orthopädischer Chirurgie an und stellt eine Möglichkeit zur Behandlung nicht operationsfähiger Patienten dar. 

Magenbandoperation:

Das Verfahren ist relativ einfach. Die Operation wird ebenso minimalinvasiv (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt. Dabei wird ein Silikonband um den oberen Teil des Magens gelegt, so dass der Magen wie eine Sanduhr aussieht. Es wird ein kleiner Vormagen mit einem Volumen zwischen 20 und 40 ml gebildet. Beim Essen kommt es zur Dehnung des kleinen Vormagens, so dass sofort ein Sättigungsgefühl eintritt. Das Band ist regulierbar, d. h., dass wir den Durchgang in den großen Magen verändern können. Die Operation ist risikoarm und reversibel (d. h., sie kann jederzeit rückgängig gemacht werden). Eine ambulante Operation ist möglich.

Das Verfahren wird jedoch kaum mehr angewandt, da sehr oft die sogenannten Spätkomplikationen eintreten und das Anpassen des Bandes sehr zeitintensiv ist. Jedoch kann aus unserer Sicht diese Operation in bestimmten Fällen durchgeführt werden. 

Revisionsoperationen:

Bis heute hat man noch kein Idealverfahren zur langfristigen Reduktion des Übergewichtes gefunden. Das heißt, dass einige Patienten nach bestimmten bariatrischen Operationen doch keine ausreichende Gewichtsreduktion erreichen können. 

Es können auch bestimmte Nebenwirkungen bzw. Komplikationen auftreten, wie z. B. eine Refluxkrankheit nach durchgeführter Schlauchmagenbildung. In solchen Fällen ist eine erneute Operation notwendig. Zum Beispiel, nach aufgetretenen Komplikationen beim Magenband oder nach in der Vergangenheit durchgeführter vertikaler Gastrosplastik, ist eine Umwandlung in den Magenbypass notwendig. 

Diese Operationen werden in der Regel auch laparoskopisch (Schlüssellochchirurgie) bei uns durchgeführt. Auch eine Refluxkrankheit nach Magenschlauchbildung stellt eine OP-Indikation dar. Eine individuell Beratung und Anpassung des Operationsverfahrens sind notwendig. 

Man hat festgestellt, dass die bariatrischen Operationen, welche für die Reduktion des Gewichtes entwickelt wurden, sich auch deutlich positiv auf den Diabetes mellitus Typ II auswirken. 

Diabetes mellitus Typ II:

In der letzten Zeit hat die Therapie des Diabetes mellitus Typ II große Fortschritte gemacht. Man hat jedoch festgestellt, dass die bariatrischen Operationen, welche für die Reduktion des Gewichtes entwickelt wurden, sich auch deutlich positiv auf den Diabetes mellitus Typ II auswirken. 

Viele Studien haben festgestellt, dass die bariatrischen Operationsverfahren auch bei relativ geringem Übergewicht sehr effektiv sind. Die Effekte treten bereits nach 1 bis 2 Wochen postoperativ auf. Einerseits erfolgt eine Ernährungsumstellung postoperativ, so dass sich der Patient kalorienarm ernährt. Nach der Operation erfolgt eine geringere Aufnahme des Fettes im Dünndarm. 

Dies führt zur Senkung des Glukosespiegels im Blut. Durch eine Magenbypass-Operation oder biliopankreatische Diversion (BPD) verbessen sich die Funktionen der Bauchspeicheldrüse. Auch bei Gewichtsreduktionen nach bariatrischer Operation kommt es zur Verbesserung der Insulinresistenz. Die Wirkung einer bariatrischen Operation auf den Diabetes mellitus Typ II ist somit multifaktoriell. 

Letztendlich alle Operationen, welche das Körpergewicht reduzieren, zeigen einen positiven Effekt auf den Diabetes mellitus Typ II, jedoch deutliche bessere Wirkung sehr wir bei der Magenbypass-Operation oder biliopankreatischer Diversion. Laut vielen Studien ist eine Verbesserung bei fast 92% der Patienten möglich. Auch eine deutliche Reduktion der medikamentösen Therapie ist nach einer solchen Operation möglich. 

St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf

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