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Veröffentlichungsdatum: 29.09.10

Neue Operation: Mit dem Trabektom gegen den Grünen Star

 

St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf mit Methode fast einzigartig in Europa

Dr. Widder zeigt das Trabektom

Dr. Widder zeigt das Trabektom

Es ist ein kleiner Schnitt mit großer Wirkung gegen den Grünen Star, europaweit können ihn nur drei Krankenhäuser durchführen. Eines davon ist seit neuestem das St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf: 35.000 Euro hat die Klinik in ein neues mikrochirurgisches Instrument - das Trabektom - investiert, das dem Patienten eine schonende und schnelle Operation verspricht.

"Beim Grünen Star fließt das Kammerwasser im Auge nicht mehr richtig ab", sagt Privatdozent Dr. Randolf Widder von der Augenklinik des St. Martinus-Krankenhauses. "Der Augeninnendruck steigt und kann dem Sehnerv schaden." Hunderttausende Menschen leiden allein in Deutschland am Grünen Star, dem "Glaukom". Im schlimmsten Fall droht ihnen die Erblindung, von der nach unterschiedlichen Schätzungen weltweit zwischen fünf und sieben Millionen Menschen betroffen sind.

Die Standard-OP beim Grünen Star, bei der ein größeres Loch in die Sklera - die weiße Augenhaut geschnitten wird -, hat den Nachteil, dass sie aufwendig und mit Risiken und Narben verbunden ist. "Die herkömmliche OP ist für den Patienten oft traumatisch. Bei der neuen Methode mit dem Trabektom, die sich insbesondere in den USA immer mehr durchsetzt, dauert der Eingriff bei örtlicher Betäubung gerade einmal 15 Minuten", betont Dr. Widder, der an der von Chefarzt Dr. Klaus Dieter Lemmen geführten Augenklinik als Glaukom-Experte gilt. Außerdem werde die OP "minimal-invasiv" durchgeführt, das heißt äußerst schonend mit einem nur 1,7 mm kleinen Schnitt. Die Bindehaut bleibt im Gegensatz zu bisherigen Operationsmethoden intakt. Der Standard-Eingriff ist deshalb - falls nötig - auch im Nachhinein noch möglich.

Auf den ersten Blick erinnert das Trabektom an eine normale Nadel, enthüllt aber unter der Lupe seine technischen Finessen: ein Messer, eine Elektrode und einen Absaug- und Infusionskanal. Das mikroskopisch kleine Instrument dient dazu, das so genannte Trabekelmaschenwerk zu entfernen, das beim Betroffenen den Abfluss des Kammerwassers vermindert. Die ersten Operationen im St. Martinus-Krankenhaus haben Dr. Widder von der Qualität der neuen Methode, der so genannten "Tarbekulotomie ab interno", überzeugt: "Natürlich ist sie kein Allheilmittel. Bei den meisten Patienten aber konnten wir nach der komplikationsfreien OP eine deutliche Verbesserung feststellen." Viele von ihnen müssten jedoch damit rechnen, auch nach dem Eingriff Medikamente gegen den erhöhten Innendruck einzunehmen - allerdings in geringerer Dosis als vorher. Bei rund der Hälfte seiner Patienten komme die neue Methode infrage, schätzt Dr. Widder. Immer dann, wenn der Druck im Auge nur mäßig und nicht zu stark gesenkt werden müsse. Im letzteren Fall bliebe dann die herkömmliche und gleichzeitig aufwendigere Standard-OP als Alternative.

Durch seine europaweit fast einzigartigen Erfahrungen mit dem Trabektom ist Dr. Randolf Widder auch unter Kollegen gefragt: Am 22. Oktober wird der Privatdozent auf einem der größten Augenkongresse Deutschlands in Hamburg, dem Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen, von seinen Operationen berichten.


Weitere Informationen:

www.martinus-duesseldorf.de
www.maria-hilf-nrw.de